Friede
2021.01.11
Nihon Heiwa Iinkai (Friedenskomitee Japan), breite Palette an Friedens- und Protestaktivitäten im Bereich militärische US-Präsenz in Japan, Sicherheitsvertrag mit den USA oder Atomwaffenabschaffung. Landesweites Netzwerk mit rund 18000 Mitgliedern.
Bereits als Student engagierte sich Setsuo Kikutani (Jahrgang 1945) als Freiwilliger in der Sozialhilfe, später setzte er sich für die Rechte von Lepra-Kranken ein, die aufgrund eines Gesetzes von 1931 lebenslänglich in geschlossenen Anstalten inhaftiert wurden. Einen großen Eindruck auf ihn machten die landesweiten Proteste gegen den US-japanischen Sicherheitsvertrag 1960, der eine neutrale Position Japans zwischen den Blöcken verunmöglichte. Zehn Jahre später war er selbst aktiv im Widerstand gegen die Verlängerung des Vertrags. Frieden war für ihn bereits in jungen Jahren ein großes Thema, der Zweite Weltkrieg und die japanische Kriegserfahrung waren bis in die 60er Jahre im Alltagsleben stets präsent. Wichtig für seine Entwicklung zum späteren Friedensaktivisten waren aber auch Schulunterricht und Erziehung, wo die Bedeutung der 1947 in Kraft getretenen Nachkriegsverfassung und insbesondere der Friedensartikel 9 hervorgehoben wurden. Über ein Engagement in der Arbeitsgewerkschaft kam er 1983 zu Heiwa Iinkai, wo er im Vorstand des Ablegers der Präfektur Kanagawa sitzt.
Faktencheck
Die japanische Nachkriegsverfassung existiert bis heute in ihrer ursprünglichen Form. Es gab einige Versuche, das Friedensgebot, das Japan das Führen von Kriegen und den Unterhalt einer Armee verbietet, aus der Verfassung zu kippen. Shinzo Abe trat 2012 sein Premierministeramt sogar mit dem Versprechen an, Japan vom „Nachkriegsregime“ wegzuführen. Doch auch er – wie alle anderen – scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Im August 2020 gab er aus angeblich gesundheitlichen Gründen und wegen eines Popularitätstiefs seinen Rücktritt bekannt.